Pressestimmen

Rezension der deutsch-tschechischen Anthologie "Über den Dächern das Licht - Nad střechami světlo":

Paul-Henri Campbell, Das Gedichtblog.

Zu Wende und Winkel:

 

Gedichte von großer Einprägsamkeit und Tiefenschärfe finden sich in dem Kapitel Blickkontakte, es sind Bilder aus Wörtern zu Gemälden und Farben von Edward Hopper, René Magritte, Joan Miró und Caspar David Friedrich. (...) Im Zyklus Gleiten führt sie die Leser auf eine lange Reise um die Welt. Sie verdichtet ihre Wahrnehmungen von fernen Orten mit poetischer Sensibilität und entdeckt durch die Kenntnis der großen alten Kultstätten der Menschheit plötzlich die wahre Sprache des Aachener Oktogons.

(Regine Mönkemeier in: Der Dreischneuß 24, 2012)

 

Zur Bilderausstellung und Lesung in Umkirch bei Freiburg im Rahmen der Tschechischen Kulturtage:


http://www.badische-zeitung.de/umkirch/steine-sind-woerter-der-erde--59185540.html

 

Zu Stillstand der Gräser:

 

In "Stillstand der Gräser" beeindruckt die Lyrikerin einmal mehr mit genauer Beobachtung und überraschend leicht klingenden Bildern, die sich tief einprägen. Klára Hurková gewinnt dem Alltag ebenso wie der Natur poetische Momente ab, die nachhaltig wirken. (...) Es ist eine unverkrampfte Metaphorik, die sich in diesen Gedichten entfaltet, und sie wirkt vielleicht deshalb so eindrucksvoll, weil poetologische Reflexionen in ihnen lediglich implizit anwesend sind. Überhaupt nimmt sich die innere Stimme dieser Gedichte zurück und erweist sich immer wieder als dezente und doch äußerst empathische Chronistin menschlicher Begegnungen und Beziehungen: "Komm, lass uns aufhören / Der Wind weht vom Meer / zwingt Wolken zum Flug / entschleiert den Himmel". Dass ein so alltäglicher Satz wie der Eingangsvers dieser Strophe (...) zum hochpoetischen und damit sehr nachhaltigen Bild werden kann, macht den außerordentlichen Reiz ihrer Gedichte aus.

(Christoph Leisten in: Zeichen&Wunder 20/53, 2009)

 

Zu Abziehbilder in der Luft:

Wenn Klára Hurková durch Türen geht, schaut sie (...) auf das, was Hinter dem Schweigen verborgen ist, auf die Wirklichkeit und die Erinnerung, sie erkundet behutsam Innenräume und fordert den Leser durch widersprüchliche Bilder der Gegenwart:/ Kastanien blühen weiß im schwarzen Winter/. Eindrucksvolle poetische Reflexionen finden sich in den Prager Spiegelungen: // Der Stadtplan damals / sah anders aus/ - ein Labyrinth / aus Wünschen und Verboten /mit einem roten Faden /dem ich nicht folgen wollte//. (...) Die Leser werden in diesen Gedichten die eigenständige und stimmige Sprach- und Bildwelt Klára Hurkovás entdecken. Die Illustrationen des Buches (Bleistift- und Tuschezeichnungen) sowie die Abbildung eines Ölbilds für das Cover stammen ebenfalls von der vielseitigen Schriftstellerin.

(Regine Mönkemeier in: Der Dreischneuß 21, 2009)

 

Zu Ausflüge und Aufenthalte:

In "Ausflüge und Aufenthalte" begleiten wir Klára Hurková auf eine Reise, die sich Zeit nimmt für einzelne Orte und Augenblicke, für unerwartete Abstecher und Details am Wegesrand. Es geht ihr nicht darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder möglichst schnell Entfernungen zu überwinden. Im Mittelpunkt steht auch nicht die Bewegung selbst, eher die Verschmelzung von Raum und Zeit in klaren, beinahe durchsichtigen Wahrnehmungen eines Augenblicks (...). Die Gedichte in "Ausflüge und Aufenthalte" spiegeln keinen temporeichen Zeitgeist oder Versatzstücke einer zerfallenden Wirklichkeit. Sie wagen es, nach dem Sinn zu suchen, der in den Dingen selbst liegt, und stoßen dabei nicht selten auf die Magie, die ihnen innewohnt - und diese in ein anderes Licht taucht: "Einschlafen // (...) Hinter dem Lichtstreifen unter der Zimmertür / findet man vielleicht den Zugang / zu den feinsten Drähten / deren Verbindung plötzlich / helle Beleuchtung schafft."

(Sybil Volks in: Der Dreischneuß 16, 2004)

 

Zu Vor der Sonnenwende:

Dass diese Lyrik gelingt, verdankt sich nicht zuletzt der unzweifelhaften Mehrsprachigkeit der Autorin. Ihrem wachen, unverbrauchten Blick auf Sprache und Natur entspringen Bilder, die im Leser nachwirken. (...) Ihre eigentliche Leistung besteht indes darin, dass diese Dichtung dem einfachsten Material - auch scheinbar verbrauchten Metaphern - neue Dimensionen abgewinnt, indem sie dem Wortinneren nachspürt: "Das übergroße Dach / des Himmels/ verbirgt die Sterne" und "Die Knospen es Kastanienbaums 7 halten den Atem an", wenn Klára Hurková mit traumwandlerischer Sicherheit kleinste Begebenheiten im Spiegel vorfindlicher Wendungen verdichtet.

(Christoph Leisten in: Der Dreischneuß 14, 2003)

 

Zu Schlüsselsammlung / Sbírka klíčů:

Auf jeweils gegenüberliegenden Seiten stehen die deutsche und die tschechische Version von Gedichten und kurzen Prosatexten, die sechszehn Autorinnen und Autoren zur Verfügung gestellt haben. Die Beiträge bemühen sich nicht um die Beschwörung der deutsch-tschechischen Geschichte im böhmisch-mährischen Raum. Der Reiz der Texte liegt vielmehr in den kreativen Sprachbildern, mit denen subjektive Empfindungen gestaltet werden. Dennoch wird immer wieder die Berührung mit der Vergangenheit thematisiert, so im Gedicht "Prag durch Regen zerstört - Praha zničená deštěm" von Vít Janota (...). Oftmals verdeutlicht sich in der Lust an der verklausulierten Sprachformung eine Gemeinsamkeit tschechischer und deutscher Gegenwartsliteratur. (...) Typisch mag für die vertretenen Autoren auch die Bevorzugung des thematisch Geheimnisvollen sein. (...) Dem sorgsam zusammengestellten Bändchen ist zu wünschen, dass es das Bewusstsein der Leser für die Notwendigkeit permanenter Brücken zwischen deutscher und tschechischer Kultur weckt.

(Erich Pawlu in: Korrespondenzen, 30.7.2007)